Regionales Versorgungskonzept Integrative Schlaganfallbehandlung in der  Neurologischen Akutklinik.
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Integrative Schlaganfallbehandlung

Regionales Versorgungskonzept Integrative Schlaganfallbehandlung in der  Neurologischen Akutklinik

Neurologisches Zentrum Bad Zwesten
(Neurologische Akutklinik und Hardtwaldklinik I)

1. Einzugsgebiet
Schwalm-Eder-Kreis, angrenzende Gebiete der Kreise Waldeck-Frankenberg und Hersfeld-Rotenburg, südliche Randgebiete des Landkreises Kassel. Population im Einzugsgebiet ca. 250.000.

2. Zuweisungsstrategien
Zuweisungen über regionalen Rettungsdienst, Vertragsärzte, internistische Kliniken, Rehabilitationskliniken, Neurologische Ambulanz, Selbsteinweisungen.

3. Strukturelle Merkmale des Neurologischen Zentrums Bad Zwesten
Neurologische Akutklinik 
Räumliche Ausstattung
40 Betten, 6 Betten-Einheit Intensivbehandlungseinheit mit komplettem Monitoring, zentraler Monitor-Überwachungseinheit, 4 Betten Schlaganfalleinheit. Wichtige diagnostische Einheiten sind auf der gleichen Flurebene in 50m (Transportzeit ca. 60 sec.) zu erreichen (CCT, MRT, DSA, Röntgen, Neurosonographie, EEG, Herz-Echo, Internistische Diagnostik, Labor).

3.1. Personelle Ausstattung
Chefarzt, Ltd. Abt. Arzt, Oberarzt, 4 AssistenärztInnen, 1 AIP, Internist, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Physikalische Therapie, Sozialdienst

3.2. Hardtwaldklinik I
1. Abteilung Frührehabilitation (Phase B und C)
2. Abt. Allgemeine Rehabilitation.

3.3. KV-Ambulanz des Klinikleiters

3.4. Zentrales Röntgeninstitut/Praxis Dres. Mariß/Aref5. Apparative Ausstattung

  • 2 Kernspintomographen mit den Möglichkeiten der MR-Angio, DWI und PWI (Magnetom Vision 1,5 Tesla, Fa. Siemens; Magnetom Harmony, Fa. Siemens)
  • 1 Spiral-Ct mit den Möglichkeiten der Angio-CT (MIP,SSD)
  • DSA (Polystar 3, Fa. Siemens, C-Bogen)
  • Extra- und intrakranielle Dopplersonographie und farbkodierte Duplexsonographie im neurovaskulären Labor
  • Echokardiographie
  • EEG- und Langzeit-EEG
  • Labor, EKG, Langzeit-EKG, Langzeit-RR, Spirometrie
  • Monitoring für EKG, Blutdruck, Atmung, Oximetrie, Temperatur, zentrale Monitoring-Einheit
  • Sämtliche neurophysiologischen Untersuchungsverfahren
  • Digitales Bildarchiv und Teleradiologie

Sämtliche diagnostischen Möglichkeiten der Neurologie und Radiologie stehen durchgehend 24 Stunden zur Verfügung (inklusive MRT, MRA, CT, CTA,DSA, Neurosonographie).

4. Kooperationen
4.1. Kooperationen mit internistischen Kliniken
Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den internistischen Abteilungen der umliegenden Krankenhäuser. Kooperationsmodelle mit weiteren internistischen Abteilungen der Krankenhäuser des Schwalm-Eder-Kreises und Waldeck-Frankenberg sind im Rahmen der Teleradiologie realisiert.

4.2. Kooperationen in der Neurochirurgie
Es besteht eine Kooperation mit der Neurochirurgischen Abteilung der Werner-Wicker-Klinik in Bad Wildungen sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Neurochirurgischen Abteilungen des Klinikums Kassel und der Universitätsklinik Marburg. Die Neurochirurgische Abteilung der Werner-Wicker-Kinik in Bad Wildungen ist innerhalb von 15 Minuten mit dem NAW zu erreichen (vergleichbar mit den Bedingungen z.B. an der Uni-Marburg und am Nordwest-Krankenhaus in Frankfurt). Am Neurologischen Zentrum wird ein eigener Notarztdienst für Sekundärtransporte vorgehalten.

4.3. Kooperationen mit Rehabilitationskliniken
Am Neurologischen Zentrum Bad Zwesten ist die Neurologische Akutklinik eng mit der Hardtwaldklinik I als Vorsorge - und Rehabilitationseinrichtung (§111 SGB V) verbunden. Die Hardtwaldklinik I hält sämtliche Phasen der Rehabilitation (Phase B bis D) vor. Es wird hier bereits seit langem ein funktionierendes, integratives Konzept aus Akutbehandlung, Frührehabilitation und weiterführender Rehabilitation bis hin zur ambulanten Betreuung (KV-Ambulanz) realisiert. Hierdurch wird speziell der empfohlene „rasche Abfluss“ von Schlaganfallpatienten aus der Akutphase in weiterführende Rehabilitationsphasen möglich und kann als lückenlose Behandlungskette angeboten werden.

4.4. Ambulante Rehabilitation
Die Hardtwaldklinik I nimmt bereits an einem Modellprojekt der BfA für ambulante Rehabilitation (IRENA) teil. Konzepte über die ambulante Rehabilitation von Schlaganfallpatienten mit den Krankenkassen als Kostenträger müssten erarbeitet werden.

5. Spezialambulanzen
5.1. Schlaganfallsprechstunde
Im Rahmen einer speziellen Schlaganfallsprechstunde der KV-Ambulanz werden Schlaganfallpatienten längerfristig betreut. Es besteht jedoch ein gewisser Interessenkonflikt mit den niedergelassenen Kollegen, die nicht alles an „so genannte Spezialambulanzen“ aus der Hand geben wollen. Hier wären, z.B. im Rahmen von Qualitätszirkeln, neue Konzepte über die interdisziplinäre ambulante Versorgung von Schlaganfallpatienten zu entwickeln, die die traditionellen Versorgungsstrukturen (Hausärzte, Fachärzte) und neue spezielle Einrichtungen (z.B. Spezialambulanzen) integrieren. Das mittlerweile etablierte Ärztenetz Schwalm-Eder bietet hier neue Möglichkeiten. Vorschläge unsererseits sind unterbreitet. DMP`s könnten in diesem Zusammenhang regulierend wirken.

5.2. Neurovaskuläres Labor
Durch das neurovaskuläre Labor, das interdisziplinär von Neurologen und Radiologen betrieben wird, werden Patienten mit Gefäßprozessen regelmäßig nachuntersucht und betreut. Die Klinik ist Ausbildungsklinik der „Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie“ auf dem Gebiet der Ultraschall-Gefäßdiagnostik (Darüber hinaus ist die Klinik auch Ausbildungsklinik für die Bereiche EEG und EMG/ENG).

6. Qualitätssicherung/Follow-up-Untersuchungen/Langzeiterhebungen
Das Neurologische Zentrum Bad Zwesten nimmt seit Beginn in 1996 an der externen Qualitätssicherungsmaßnahme „Qualitätssicherung in der Schlaganfallbehandlung in Hessen“ der GQH teil. Der leitende Abteilungsarzt der Neurologischen Akutklinik ist seit Beginn an Mitglied des Projektausschusses der ASH und hat an Veröffentlichungen und Vorträgen über das Projekt mitgewirkt. Als einzige „Nicht-Stroke-unit-Klinik“ in Hessen realisiert die Neurologische Akutklinik die Follow-up-Erhebung 6 Monate nach dem akuten Schlaganfall. Die Neurologische Akutklinik kann somit als Vergleichsklinik zu etablierten Stroke units fungieren. Im Jahr 2000 hatten wir eine hervorragende Rücklaufrate von 90% und können somit valide Daten über den Langzeitverlauf bieten.

Qualitätsmerkmale des Neurologischen Zentrums Bad Zwesten

1. Integrative Schlaganfallversorgung nach dem „Skandinavischem Stroke-unit-Modell“
Im Neurologischen Zentrum Bad Zwesten besteht seit vielen Jahren ein klinischer Schwerpunkt in der Behandlung von Schlaganfallpatienten. Das Behandlungskonzept ist interdisziplinär, Team-orientiert und wird durch regelmäßige interne und externe Fortbildungen begleitet. Das integrative skandinavische Stroke-unit-Modell wird voll umgesetzt. Dieses Konzept der integrativen Versorgung (intensive ärztlich-medikamentöse Behandlung nach aktuellen Standards, kompetente hochmoderne Diagnostik, interdisziplinäre Team-orientierte Behandlung mit strukturierten Abläufen) ist das einzige wissenschaftlich belegte Versorgungsmodell in der Schlaganfallbehandlung.

2. Qualifikation als Stroke unit
Das Konzept für die Einrichtung einer Stroke unit an der Neurologischen Akutklinik Bad Zwesten entspricht den Richtlinien der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Vom zuständigen Ausschuss der Stiftung wurde die Einrichtung einer Stroke unit an der Neurologischen Akutklinik befürwortet (18. August 1997).

3. Qualitätssicherung in der Schlaganfallbehandlung und Qualitätsmanagement
Sämtliche Phasen der Behandlungskette (Akutbehandlung, Rehabilitation, Langzeitverlauf) werden von externen Qualitätssicherungsmaßnahmen der GQH begleitet. So können wichtige Daten über den gesamten Behandlungsverlauf generiert werden. Die Ergebnisse für die Akutbehandlungsphase sind vergleichbar mit denen der Stroke units, insbesondere auch bezüglich der entwickelten Qualitätsindikatoren.

4. Strukturierte Behandlungskonzepte
Neben strukturierten Behandlungsabläufen im ärztlich-medikamentösen Bereich (z.B. Lyse) sind strukturierte Abläufe in den therapeutischen Bereichen etabliert. So werden Patienten mit Schluckstörungen in einem bestimmten Setting interdisziplinär von Ärzten, Logopäden (FOTT) und speziell in Schluckproblemen geschultem Pflegepersonal behandelt. Eine frühe mobilisierende Physiotherapie und Ergotherapie gehört schon seit vielen Jahren zum Standard der Behandlung.

5. Neurovaskuläre Kompetenz
Ein spezieller „Neurovaskulärer Dienst“ wurde eingerichtet, der im 24-Stunden -Dienst und am Wochenende eine kompetente Schlaganfallbehandlung sicherstellt und neurosonographische Untersuchungen im Nachtdienst und am Wochenende gewährleistet.

6. Fortbildung
Hausintern werden neurovaskuläre Fallbesprechungen fachübergreifend (Radiologen, Neurologen, Internist, Pflegepersonal, Therapeuten) durchgeführt. Es erscheint erforderlich , klinikübergreifend, regional Fallbesprechungen und Fortbildungen durchzuführen und ein „Netzwerk Schlaganfall“ zu entwickeln.

Das Neurologische Zentrum Bad Zwesten führt regelmäßig Fortbildungen hausintern und extern für Patienten und Kollegen durch.

Der Ärztliche Direktor ist Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Hier werden auch in diesem Kontext patienten-fokussierte Fortbildungen durchgeführt.

7. Kooperationsstrategien
Bestehende Kooperation wurden bereits oben erwähnt.

Das Radiologische Institut Dres. Mariß/Aref am Neurologischen Zentrum Bad Zwesten ist „teleradiologisches Zentrum“ und betreut im Raum Nordhessen 10 Kliniken.

Via Datenautobahn ist derzeit eine neurochirurgische telemedizinische konsiliarische Beratung mit der Neurochirurgischen Abteilung der Werner-Wicker-Klinik in Bad Wildungen und der neurochirurgischen Klinik am Klinikums Kassel möglich. Eine konsiliarische Beratung erfolgt darüber hinaus über die neuroradiologische Abteilung der Universität Marburg, hier wird an einer telemedizinischen Kommunikationsmöglichkeit gearbeitet.
Neurologisches Zentrum Bad Zwesten, Stand: 27.1.2002

Regionales Versorgungskonzept Integrative Schlaganfallversorgung

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